Unsere Test-Kontaktaufnahmen - 5 Arten für eine erste Nachricht
1. Witzig
Einen 29-jährigen IT-ler mit dem Namen „go-and-get_it“ fragte ich: „Na was willst Du denn „go-and-get“-en?!?“ und überlegte dann, ob das „it“ nach dem Underscore in seinem Pseudonym vielleicht auf eine italienische Herkunft hindeuten sollte. Also, fragte ich auch hiernach noch.
Die direkte, „witzige“ Anfrage kam wohl nicht so gut an, da ich erst mal belehrt wurde, dass man eine Nachricht grundsätzlich mit einem „Hallo“ beginnt. Immerhin antwortete er und ließ sich dann doch auf eine Konversation ein. Ironisch erklärte er, er suche nach einer reichen, 70-jährigen Omi. Mein (relativ ausführliches) Profil markierte er gleich mit „mag ich“. Ein Indiz dafür, dass ein sorgfältig ausgefülltes, aussagekräftiges Profil schon die halbe Miete ist.
2. Ehrlich
Einem Journalisten, der in seiner Beschreibung ziemlich viele Ansprüche an eine Frau, die seinen Vorstellungen entspricht, stellte (RTL2-Glotz-Romantik darf keinem Buch vorgezogen werden und Kongo und Syrien nicht für Urlaubsziele gehalten werden), und auf keinem seiner sieben Fotos mal ein bisschen die Zähne zeigte, schrieb ich:
„Hi! Du hast anscheinend auch etwas höhere Ansprüche :) Schade, dass Du auf Deinen Fotos so ernst schaust. Hätte gerne mal dein Lächeln gesehen!“
Diese ehrliche Kontaktaufnahme kam gut an! Der Journalist räumte ein, gar nicht so hohe Ansprüche zu haben, bestärkte jedoch nochmal seine Position, dass es nicht leicht sei, eine Frau mit Köpfchen und Spaßfaktor zu finden, und entschuldigte sich für seine grimmigen Fotos. Zwar stellte er keine Frage, die das Gespräch weitergeführt hätte, seine 3-sätzige Nachricht enthielt jedoch immerhin 2 Smileys. Das ist doch immer schon mal ein gutes Zeichen :-)
3. Frech
Babuun, der sich in seinem Profil folgendermaßen beschrieb:
“Hallo ich heiße Damian! ich suche hier eine feste Freundin. Ich bin bodenständig, sehr sportlich und clever. Falls Du mehr wissen willst, schreib mich einfach an !”,
schrieb ich:
„Hi Babuun, ich würde gerne mehr wissen! Warum hältst Du Dich denn für so clever?!“
Babuun, aka Damian, freute sich über meine Nachricht und erklärte mir dann gleich, dass er sich gar nicht für so clever hält, sondern nur versucht, sich so kurz und präzise wie Möglich zu beschreiben. Aus seiner Erfahrung lohnt sich keine lange Selbstbeschreibung, „da sich das eh keiner durchliest“. Trotzdem schreibt auch er, dass ihm mein „aussagekräftig[es] und sympathisch[es]” Profil gefällt.
Fazit: Die freche Anfrage kam gut an und ich wurde wieder einmal darin bestärkt, dass ein sorgfältig ausgefülltes Profil sich lohnt.
4. Seriös
Einem Mitglied, der meine Selbstbeschreibung mit „mag ich“ markiert hatte sah ich mir genauer an. In seiner eigenen Beschreibung startete er den Versuch eines Sinnspruchs („Ich mag die Gedanken anderer und bin immer wieder überrascht was man hinsichtlich Werten, Aussehen, Lebenseinstellung so erwartet, selbst wenn man nichts erwartet.”). Also gab ich mich seriös und ging darauf ein, indem ich schrieb:
„Hi! Schön, dass Dir meine Selbstbeschreibung gefällt. Auch Deine Einstellung finde ich sehr gut auf den Punkt gebracht! Irgendwie kann man seine Erwartungen meistens nicht abstellen, auch wenn man das anstrebt. Aber Erwartungen sind ja vielleicht auch nicht unbedingt was Schlechtes, solange sie keine unbegründeten Vorurteile sind. Was meinst Du?“
Auch dies kam wieder gut an und führte den Fachsimpler dazu, seine Lebensphilosophie genauer zu erklären:
5. Persönlich
Einem 29-jährigen Lehrer, der angab, dass bei ihm „kein Kinderwunsch“ besteht, schrieb ich: „Hi Adorno! Hat Dich die Arbeit als Lehrer so abgeschreckt, dass Du keine Kinder willst, oder hat das noch andere Gründe?“. Anscheinend war diese Nachricht doch etwas zu persönlich, denn ich erhielt keine Antwort.